Textfeld: Verein zur Unterstützung basisdemokratischer Bewegungen

 

 

 

 

WAC-MAAN ruft Gewerkschaften und die internationale Arbeiterbewegung auf, Druck auf ihre Regierungen auszuüben, Israels Krieg gegen Gaza zu beenden

 

Presseerklärung vom 30.12.2008

 

Am Morgen des 29. Dezember traf eine in Gaza abgeschossene Qassam-Rakete eine Baustelle in der israelischen Stadt Ashkelon. Sie tötete Hani al Mahdi, 27 Jahre, aus der arabischen Stadt Aarara im Negev. Auch neun Arbeiter aus dem im Galiläa gelegenen arabischen Dorf Kufr Manda wurden verletzt.

 

 

Diese Männer, die für den Lebensunterhalt ihren Familien arbeiten, wurden Opfer des israelischen Kriegs gegen Gaza, der am Samstag begann. Bislang wurden in Gaza 300 Menschen getötet und 1.000 verletzt, unter ihnen sind zahlreiche Zivilisten.

 

Israel behauptet, es verteidige seine Bürger im Süden. Aber diese Bürger gehören der Arbeiterschicht an und die Regierung hat mit ihrer Politik gezeigt, dass Leben und Sicherheit von Arbeitern keinen Wert für sie haben; ihre Priorität liegt bei den Reichen.

 

WAC-MAAN, ein unabhängiger Gewerkschaftsverein, arbeitet seit vielen Jahren in Kufr Manda. Unermüdlich setzt es sich für den Schutz der Rechte der israelischen, insbesondere der arabischen Bauarbeiter ein. Viele Bauarbeiter, einschließlich der am Montag Verletzten, sind Mitglieder und Unterstützer des WAC.

 

Wir wissen, dass unsere Mitglieder – wie die neun Verletzten in Ashkelon - jeden Tag 200 Kilometer fahren müssen, nur um jemand zu finden, der bereit ist, sie zu beschäftigen. Aufgrund ihrer prekären Arbeitssituation haben sie in den vergangenen Jahren unter sicherheits- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen und ohne Sozialleistungen auf den Baustellen gearbeitet.

 

Die Regierung fördert das Entstehen einer „prekären Arbeiterschaft”, weil dies Arbeitgebern und Investoren nützt.

 

Dieselbe Regierung, die jetzt den Krieg begonnen hat, hat Zehntausende in die Erwerbslosigkeit geschickt und, entsprechend ihrer neoliberalen Agenda, das Netz der sozialen Sicherheit zerstört.

WAC-MAAN lehnt den Krieg gegen Gaza ab und fordert einen sofortigen Waffen-stillstand. Auf beiden Seiten der Grenze werden nach dem Krieg Hunderttausende arm und erwerbslos zurückbleiben. Palästinensische Arbeiter, weggesperrt hinter der Sperranlage, haben keine Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden; ihre Familien darben in Armut und Hunger. Israelische Arbeiter beginnen die Auswir-kungen der globalen Finanzkrise zu spüren, die höhere Erwerbslosenzahlen und weitere Angriffe auf frühere soziale Errungenschaften mit sich bringt.

 

Die Tötung von Hani al Mahdi am 29. Dezember ruft die Lage von 1,2 Millionen arabischen Bürgern und Bürgerinnen ins Gedächtnis, die die Regierung routine-mäßig als illoyal brandmarkt. Tatsächlich lebt die Hälfte der arabischen Familien in Israel unter der Armutsgrenze, während der landesweite Durchschnitt bei 20 % liegt. Sie leben in Städten ohne Infrastruktur oder Arbeitsplätze – ein Ergebnis der diskriminierenden Politik, die Israel seit seiner Gründung vor 60 Jahren gegen sie betreibt.

 

WAC-MAAN ruft die Gewerkschaften der ganzen Welt auf, Druck auf ihre Regierungen auszuüben, damit diese Schritte ergreifen, die Israel zwingen, seinen brutalen Angriff auf die Palästinenser in Gaza einzustellen, die Besatzung palästinensischen Landes zu beenden und das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung und Frieden anzuerkennen.